Web-Tips
Roy Kafri
Das Tief der Vinylverkäufe ist auch 2014 mit noch positiveren Zahlen definitiv überwunden. Laut Amazon UK wurde der Absatz 2013 um 100% gesteigert und im Vergleich zu 2008 sogar um 745%. Kein Wunder also, das sich Videokünstler daran machen das Medium wortwörtlich oder eben bildlich zum Leben zu erwecken. Im Videoclip von Roy Kafri werden bekannte Covers zu Protagonisten und bewegen ihre Lippen zum Text, der keiner sein will. The Smith, Bowie, Gainsbourg, Prinz, Madonna, Jackson und viele mehr erwachen aus der üblichen Statik und singen mit. Witzig umgesetzt!
Tangerine Dream
Tangerine Dream (orangeroter Traum) wurde 1967 von Edgar Froese (✝ 20. Januar 2015) gegründet und gehörte zu den Lehrer oder Vorbilder der Berliner Schule der ersten Stunde. Pink-Floyd, Kraftwerk und eben auch Tangerine Dream haben ihre Karrieren mit der freien Improvisation begonnen, fanden aber im Laufe der Zeit verschiedene Wege ihren Sound und somit das massentauglichen Publikum zu finden. Krautrock war die Bezeichnung auf Deutsch, was die Hörerschaft schon alleine mit dieser Bezeichnung definierte. Viel Hörtoleranz war nötig und schon bald war Edgar Froese klar, das er alleine mit der Gitarre nicht zufrieden sein könnte. Also investierte man viel Geld in Synthesizer-Systeme, die zu jener Zeit schnell mal eine halbe Million deutsche Mark kosteten. Die Investition zahlte sich schnell aus und Tangerine-Dream wurde der Inbegriff der industriellen Vertonung seiner Zeit, allerdings nie so erfolgreich wie die oben erwähnten zwei anderen Bands. Viel mehr war die Musik von Tangerine Dream intellektuell und mehr der Kunst zuzuschreiben, allerdings gehen die Meinungen diesbezüglich auseinander. Jedes Konzert war auf jeden Fall hörens- und sehenswert, weil innere Bilder ausgelöst wurden ohne grossen visuellen Schnick-Schnack! Die ganzen Instrumente hinzuschleppen machte einen Auftritt nicht gerade billig, aber der Musikfreak zahlte freundlich. Leider verstarb Edgar Froese am 20. Januar 2015 und hinterlässt einen orangroten Traum indem er nun selber einer geworden ist. RIP
Giorgio Moroder feat. Kylie Minogue
Der italienische Überproduzent aus den späten 70er Jahren, Giorgio Moroder ist eine Kooperation mit Kylie Minogue eingegangen. Mit 74 Jahren hat der alte Hase gezeigt, das Musik kein Alter hat. Der Sound kommt kommt zwar nicht an die aktuellen Pop-Produktionen heran, aber genau das ist sympathisch! Tönt doch vieles nur noch nach Lolipop und Kirmes. Synthesizer-Disco, die Erfindung vom Maestro persönlich, passt eh perfekt zu Kylie. Ein Radio-Ohrwurm könnte es durchaus werden, um die Tantiemen-Kasse der beiden aufzubessern. Right Here, Right Now please!
Die Antwoord
Krank kränker, die Antwoord! Die südafrikanischen Shock-Rave-Rapper haben soeben ihr drittes Studioalbum Donker Mag veröffentlicht. Wie in vergangenen Alben vermagen Yolandi Visser und Ninja auf ihre Art zu provozieren, allerdings das erste Mal etwas sanfter, um wahrscheinlich ihre Attraktivität im Popmarkt zu erweitern, ohne die Kultfans zu verärgern. Und so kniet Marilyn Mason mal vor Yolandi oder Dita Von Teese vor Ninja. Sogar das britische Topmodel Cara Delevingne hat ihren Cameoauftritt. Es gibt auch ein Outing als Aphex Twin-Fan und Achtung: das Video ist blutig, kitschig, dunkel und hell! Bitte alles nicht so ernst nehmen, den was aus Spass 2009 mal angefangen hat, wurde zum Internet-Hype, worauf man beschloss hat, die Sache weiterzumachen. Die Antwoord sind die Aliens der Musikindustrie. Man schaut mit offenem Mund hin und kann es nicht fassen oder lassen!
Kraftwerk
Endlich hat Kraftwerk eine würdige BBC-Film-Dokumentation erhalten, allerdings ohne ein aktuelles Statement von Ralf Hütter, dem einzigen noch verbleibenden Mitglied bez. Gründer der 1968 gegründeten Band. "Hütter" oder international besser kommuniziert "Hutter" wird 2016 die sieben/null erreichen! Roboter altern ja bekanntlich nur im Austausch der Teile. Dies wird Kraftwerk wohl nicht mehr erleben und so hat Kraftwerk rein inhaltlich gesehen schon lange den Tod erreicht, fehlen doch wichtige Zukunftsprophezeiungen in ihrem Katalog wie zum Beispiel die bevorstehende Revolution der Biotechnik oder Energiegewinnung. Sie müssen sich aber auch nicht mehr beweisen , den Ihre Arbeit und Vision ist einmalig in der Musikgeschichte. "Ich bin der Musikant mit Taschenrechner in der Hand" trifft den Nerv der aktuellen Zeit perfekt und die intelligenten Roboter kommen ja erst. Zudem war Kraftwerk immer auch eine Band, welche die Technik romantisiert hat. Die Bilder sind klar strukturiert und futuristisch, ihre Melodien tendenziell nachdenklich aber hoffnungsvoll, was eine eigenArtige Kommunikation ergibt. Tatsächlich gehört Kraftwerke eher in die Galerie als auf die Bühne und so wird eines Tages ein Konzert mit 4 Roboter stattfinden, das die Gründern schmunzelnd aus einer anderen Dimension beobachten werden. Kraftwerk ist dann unsterblich!